Perfektion und Ästhetik : Improvisation und Verfall
Zwei konträre Welten? Wenn ich den heutigen Tag mit meinen gestrigen 12-Stunden-Tag im Krankenhaus vergleiche, dann ja!
Heute feierten wir den Geburtstag meines Neffen: 17 Jahre jung, ein fescher, lieber, himmellanger Jugendlicher, eine Woche vor der Führerscheinprüfung, zwei Wochen vor der mündlichen Matura. Liebe- und phantasievoll gedeckte Tische im Sommerhaus im perfekt getrimmten Garten, Liegen am Pool und über allem Kaiserwetter – wie fast jedes Jahr bei seiner Geburtstagsfeier. Dazu eine gute, fröhliche Atmosphäre. Stolz über den Nachwuchs, Freude an den anwesenden kind- und jugendlichen Cousinen und Cousins des Geburtstagskindes, alle sportlich von Kindesbeinen an: aktiv von der Landesliga bis zur Nationalmannschaft.
Und gerade da überfällt mich ein Gedanke an einen Patienten im Krankenhaus: Krebs, Schmerzen, gezeichnet von der Krankheit – ein ehemaliger Spitzensportler, der Österreich bei den Europa- und Weltmeisterschaften vertreten hat. Er kämpft gegen einen Tumor. Seine sportliche Disziplin hilft ihm dabei. Aber vor allem sein Glaube. In unseren Gesprächen spüre ich immer wieder, wie sehr er darauf vertraut und hofft, dass letztlich alles gut werden wird. Gut, dass sein Leben nicht allein auf Sport gebaut ist!
Ich wünsche unseren jungen Menschen Freude an ihrer Vitalität, Stärke, Schönheit, Gesundheit, … vor allem aber die Erfahrung, dass sie geliebt sind auch dann, wenn sie nicht perfekt sind! Und den Glauben, der sie auch dann trägt, wenn das Leben brüchig wird.




